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Berichte 2011

 
     
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Vatertag mal ganz anders

Ralf Parl hatte für das Wochenende ab Himmelfahrt eine Wanderfahrt nach Stralsund organisiert. So machte sich am Himmelfahrtstag um 9.00 eine gemischte Gruppe von 12 Blau-Weißern auf den Weg. Die jüngste ist 13, die ältesten über 70 Jahre alt, aber die Stimmung und die Harmonie war von der ersten Minute an hervorragend.

Der Bootswagen war am Vorabend mit Booten und Fahrrädern beladen worden, so konnte die Fahrt bei strahlendem Sonnenschein losgehen. Mit einer kleinen Rast kamen wir nach guter Fahrt am frühen Nachmittag bei der Jugendherberge Devin bei Stralsund an. Die zwei 6-Bettzimmer waren schnell eingenommen, zumal die Aufteilung für 6 weibliche und 6 männliche Schlafgenossen einfach war. Der Bootshänger konnte bis zur Einsatzstelle gefahren werden. Während die Männer die Boote und Fahrräder abluden, haben die Damen alle Betten bezogen. Das Wasser und die schöne Umgebung ließen keine lange Verzögerung zu, und so wurden gleich die Boote für ein erstes Schnuppern klar gemacht. Im Hintergrund sah man die alte und die neue Rügendammbrücke und die Volkswerft.

Das Paddeln lief doch recht gut an, obwohl die Wellen, die aus Richtung Ostsee in den Strelasund drückten, für uns Flachwasserpiraten gewöhnungsbedürftig waren. Die ersten zehn Kilometer waren also absolviert. Dann gab es Abendbrot in der Herberge. Danach wurden die Fahrräder aktiviert und auf gings Richtung Stralsund, bis wir einen gemütlichen Biergarten einer Brauerei entdeckten. Nach ein paar erfrischenden Getränken radelten wir zurück zur Herberge und die Gruppe löste sich auf in einige, die der Bettzippel zog und einen eisernen Kern, der den schönen Abend noch vor der Tür ausklingen ließ.

Für den Freitag hatten wir uns eine längere Tour vorgenommen. Vom Frühstückstisch konnten noch Brötchen mitgenommen werden, und so rüstete man für den Tag. Für die Bootstour hatten sich sieben tapfere Paddler entschieden, der Rest konnte die Gegend mit dem Rad erkunden oder den Strand genießen. Die Fahrt ging in Richtung Rügendamm. Der Wind kam als frische Briese von vorn, und die Wellen machten Spaß. Kurz vor der Brücke war ein Landeplatz, der zur ersten Rast angefahren wurde. Es ist die „Grahler Fähre“, ein gemütliches Gasthaus, das aber erst um 12.00 Uhr aufmacht. So stiegen wir nach einer Rast wieder in die Boote und fuhren durch die Brücke zu dem kleinen Ort Altefähr. Dort konnte man aber schlecht anlanden. Das liegt genau gegenüber der Stadt Stralsund, deren Skyline ganz beeindrucken ist. Der geplante Weg durch den Hafen war aber zu beschwerlich, und so zogen wir es vor, wieder zur „Grahler Fähre“ zu fahren. Auf der Terrasse mit schönem Blick auf den Strelasund genossen wir leckere Speisen und frische Getränke, sodass unsere mitgebrachten Brötchen nicht konkurrieren konnten. So zog sich die Pause doch etwas länger hin. Mit Rückenwind und Schiebewellen ging es dann zurück zu unserer Herberge. Max und Arne hatten die Aufgabe übernommen, den Grill zu bedienen. Nach einem üppigen Abendbrot fuhr ein Teil der Gruppe noch nach Stralsund zum Hafenfest. Der Rest verbrachte den Rest des Abends vor dem Haus und sah von Ferne das Feuerwerk am anderen Ufer.

Am Samstag morgen lag der Sund vor unserem Strand ruhig da, wie der Tegeler See an einem schönen Sommermorgen. So machte sich die ganze Mannschaft an die Vorbereitung der Boote. Heute sollte die Fahrt in die andere Richtung, nach Stahlbrode gehen. Auf der Wanderkarte war ein Wasser-Wander-Rastplatz eingezeichnet. Das sollte unser erstes Ziel sein. Als wir um die Landzunge, über eine große Sandbank mit Kormoranen kamen, wurden die Wellen doch größer und der Wind blies heftiger aus Richtung der offenen Ostsee. Anna und Doreen zogen es vor, die Rückfahrt anzutreten. Die anderen machten sich auf die Suche nach dem Rastplatz. Man hatte zwar schöne Karten aber nicht im Boot. Und Maritas GPS sagte zwar wie weit wir schon gepaddelt waren, aber der Rastplatz war nicht auszumachen, und die Fischer auf dem Wasser wussten es auch nicht besser. So machte man sich weiter in Richtung der Landenge auf der Suche nach einer Anlandemöglichkeit. Wolfgang fuhr voraus und fand schließlich eine kleine Stelle zwischen den Schilfgürteln. Etwas unbequem, aber für den mitgebrachten Imbiss und etwas Füße vertreten reichte es aus. Nun lag ein langer Rückweg vor uns. Einige ganz Mutige fuhren noch über die Schifffahrtstraße, um dann auf dem ganzen Rückweg mit Rückenwind und Schiebewellen fahren zu können. Die anderen zogen es vor, mehr unter Land zu fahren, schön aufeinander achtend. Wir sind alle wieder glücklich gelandet, die einen etwas früher, die anderen etwas später. Nach einem erneuten Grillgenuss ging es ans Booteverladen, und der Rest des Abends verlief in gemütlicher Runde vor dem Haus.

Am Sonntag nach dem Frühstück hieß es packen, Fahrräder verzurren, auschecken. Die Familie Parl und Ehepaar König wollten noch zum Ozeaneum nach Stralsund, Marita und Margit hatten noch einen Spaziergang auf den schönen Berg hinter unserer Herberge vor, und der Rest machte sich gleich auf den Heimweg. Am Abend traf man sich noch am Bootshaus, um die Boote und Fahrräder wieder an ihren Platz zu bringen. Alles in Allem war es eine schöne harmonische, erlebnisreiche Wanderfahrt, wo jeder nach seinen Vorstellungen seine Freude haben konnte.

Doch etwas Nachdenkliches sollte hier angeführt werden. Ein Bodden und ein Sund sind keine Binnengewässer, wie wir sie gewohnt sind. Nur wenige von uns Flachwasserpiraten haben Erfahrungen mit Küstengewässern. Die Wellen können gefährlich werden! Es sollten einige grundsätzliche Dinge beachtet werden:

  • Das Bootsmaterial muss den Bedingungen angepasst sein. Ideal sind hier die so modernen Seekajaks. Unsere altmodischen Dickboote reichen gerade so aus.
  • Es sollte auch bei schönem Wetter mit einer Spritzdecke gefahren werden, die sowohl am Boot als auch am Körper fest sitzt. Die leichten Nylonlappen halten wohl ein paar Spritzer ab, aber keine überlaufende Welle.
  • Es sollte immer eine solide Rettungsweste angelegt werden. Eine Schwimmweste, wie wir sie normalerweise kennen, verhindert vielleicht das Untergehen. Um den Kopf über Wasser zu halten, auch wenn es mal schlimmer kommt, reicht sie nicht.

Es sollte im Verein jemand die entsprechenden Sicherheitslehrgänge besuchen und die Erkenntnisse an die potenziellen Wanderfahrer, vor allem an Kinder und Jugendliche, weitergeben.

Es ist bei uns alles gut gegangen! Seien wir froh! Wir freuen uns auf eine weitere schöne Wanderfahrt. Danke an Marita, Ralf und alle, die vielleicht im Hintergrund mit der Organisation betraut waren!

Wolfgang Kraas